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 Betreff des Beitrags: Können Computerspiele Kunst sein, oder Literatur?
BeitragVerfasst: Di 29 Jun, 2010 18:29 
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Anlässlich meines ersten selbstkreierten Computerspiels IDENTITÄT (siehe Screenshots in meiner Gallerie), welches übrigens seit kurzem kostenlos unter http://www.speedshare.org/download.php?id=A4ECDFB611 runtergeladen werden kann :wink: , möchte ich einmal die Frage in den Raum stellen: Sind PC-Spiele entgegen dem Vorurteil, dass es lediglich zugegeben zweifelhaft sinnvolle Ballerspiele gäbe (welche derzeit aber bedauerlicherweise die meiste Aufmerksamkeit einfahren), nicht auch ein gutes Medium für die Vermittlung von Literatur, Musik und Kunst?

Mein Spiel z.B. enthält Textauszüge einer Romanerzählung, an der ich seit 2001 schreibe und die Story des Spiels ist eine Adaption der Romanvorlage sozusagen. Außerdem kann dort über ein Grammophon Musik von mir angehört werden und sämtliche Schauplätze innerhalb meines Adventure-Games sind vorwiegend von Hand gezeichnet (inkl. Überarbeitung in Paint).

Ich freue mich auf Eure Meinung! :D


Zuletzt geändert von oase am Di 30 Aug, 2011 15:42, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: Do 28 Jul, 2011 12:26 
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Computerspiele und Literatur empfinde ich definitiv als Kunst, alleine schon bei der Kreativität die dort meistens in den Gebäuden oder Kleidungen steckt. Auch Attacken oder Magiesysteme haben was. Besonders interessant finde ich Spiele deren Prinzip sich mal ein wenig unterscheidet. Wenn zum Beispiel wie bei Puzzle Quest die Kämpfe mittels einem Puzzle bestritten werden.

Dein Spiel habe ich mir noch nicht angesehen, und ich weiß auch nicht genau ob ich es zeitnah schaffen werde es mir anzuschauen.


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BeitragVerfasst: Do 28 Jul, 2011 15:31 
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Die Frage bei allen diesen Themen ist die Abgrenzung von Kunst
und Kunsthandwerk
Ab und an trifft man Menschen, die wirklich schöne Gegenstände
schaffen, deren Arbeiten aber weniger der Kunst wie dem Handwerk
verpflichtet sind. Für mich, ohne dein Spiel gesehen zu haben,
wäre ein Computerspiel in die Reihe Kunsthandwerk einzuordnen.

Heiner

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Kunst ist nur, wenn man versucht.
Wer Kunst kann, ist eher Kunstverkäufer wie
Künstler, was mit Sicherheit mehr Geld einbringt


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BeitragVerfasst: Do 28 Jul, 2011 16:04 
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Polarlicht hat geschrieben:
Die Frage bei allen diesen Themen ist die Abgrenzung von Kunst
und Kunsthandwerk
Ab und an trifft man Menschen, die wirklich schöne Gegenstände
schaffen, deren Arbeiten aber weniger der Kunst wie dem Handwerk
verpflichtet sind. Für mich, ohne dein Spiel gesehen zu haben,
wäre ein Computerspiel in die Reihe Kunsthandwerk einzuordnen.

Heiner


Ich verstehe Deinen Ansatz, dennoch würde ich meines und andere Spiele durchaus der Schublade "Kunst" zuordnen, denn kann ein gutes Buch, ein gutes Musikstück, oder ein guter Film keine "Kunst" sein? Und all dies beinhaltet ja schließlich mein Spiel. Wir können uns aber gerne darauf einigen: Mein Spiel vereinigt viele künstlerische Elemente welche für sich den Anspruch haben "Kunst" zu sein, der Gesamt-Kontext ist von mir aus aber eher handwerklich zu verstehen, sprich das System "Spiel", die Präsentation des Ganzen an sich.


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BeitragVerfasst: Fr 05 Aug, 2011 14:31 
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Ich finde allein schon die Fragestellung sehr interessant. Mit ein paar Leuten bin ich gerade dabei ein Kunstspiel zu entwickeln, bei dem es darauf ankommt verschiedene Farben so zu vermengen, dass man ein Gemälde malen kann. Das stützt auf verschiedenen Regeln. Also ich bin Pro Kunst beim spielen ;)


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BeitragVerfasst: Di 09 Aug, 2011 21:19 
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Ich finde das kann man aufjedenfall als Kunst bezeichnen, denn Kunst macht für mich aus, das man etwas schafft das so in der Form niemand anders hätte schaffen können weil jeder Mensch ganz anders kreativ ist.


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BeitragVerfasst: Mi 10 Aug, 2011 09:21 
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Swassi hat geschrieben:
Ich finde das kann man aufjedenfall als Kunst
bezeichnen, denn Kunst macht für mich aus, das man etwas schafft
das so in der Form niemand anders hätte schaffen können weil jeder
Mensch ganz anders kreativ ist.


Die Frage für mich bleibt:
Wo ist die Abgrenzung zum Kunsthandwerk.

Andreas Graeser hat in seinem Buch Positionen der
Gegenwartsphilosophie
auf Seite 209 folgendes geschrieben:

Wer über Kunst philosophiert, kann nicht einfach auf sein
privates Kunstverständnis zurückgreifen, sondern muss die (in
unserer Kultur) eingespielten Weisen der Verwendung das
Kunstbegriffs und des Umgangs mit Kunstwerken als Maßstab
akzeptieren, an dem sich der Geltungsanspruch kunstphilosophischer
Theorien bewähren muss. Die Kardinalfragen, die die Kunst-
philosophie der Moderne von Anfang an bewegt haben, haben
dadurch jedoch nichts von ihrer Bedeutung eingebüßt: Was ist
Kunst? Was unterscheidet Kunst und Technik? Worin liegen die
Besonderheiten dieser oder jener Kunst – des Films etwa, der
Malerei, der Musik oder der Literatur? In welcher Weise existiert
Kunst? Was ist das Eigentümliche der Kunstwahrnehmung –
im Unterschied zur ästhetischen Erfahrung nichtkünstlerischer
Objekte? Welchen Sinn und Zweck hat die Kunst, worin liegt
ihre Bedeutung und Funktion für den Menschen? Gibt es
Kriterien, anhand deren sich die Qualität von Kunstwerken
beurteilen lässt?


Zu diesem Fragenkomplex hat Herr Graeser versucht,
kunsthistorisch, medial, aestehtisch und kommerziell betrachtet
Antworten zu geben. Ich habe einiges der Antworten nicht verstanden.
Aber im Grundsatz ist die Haltung: Kunst ist dann, wenn ich mich
einzigartig mit meinem Tun, das von der Basis auf exklusiv sein muss,
mit der Gestaltung oder der Abbildung der aktuellen Welt beschäftige.

Hier stösst sich die Theorie von Gräser mit dem Gebrauch von handels-
üblichen Grundlagen, früher mit dem Pinsel oder der Farbe, heute mit
der Programmiersprache der Computer, die in der Entwicklung und
Produktion als solche zumindest auch als Kunsthandwerk bezeichnet
werden könnte.

Die Frage gilt natürlich auch für Fotografen, die als Basis ihres Kunst-
schaffens die Hilfe der Technik in einem Mass zu Hilfe nahmen, die
noch früher undenkbar war.
Nach wie vor gilt nicht jede Fotografie als Kunst, nicht einmal als
Kunsthandwerk - und nur weil die Nachbarin am Strand von Mallorca
einzigartig war ist das Bild von ihr noch kein Kunstwerk.
Die populät werdenden Composings, die weit über die Bearbeitung
der Foto hinausgeht, kommen in den gleichen Diskurs, ob die
Pixxelschubser nun Künstler sind oder Kunsthandwerker oder lediglich
Informatiker.
Vor rund 30 Jahren war an der Universität in Berlin ein Kunstmaler als
Lehrbeauftragter tätig, der in seinen Werken sich mit der Systematik
der Fläche auseinandersetzte. So quasi in der Entwicklung aus den
Flächenstudien der Zürcher Konkreten. Banal gesagt waren das
grundierte Flächen in einer Farbe auf die bestimmt gruppierte immer
gleich bleibende Objekte, zB weisse Kreise, aufnahmen. So betrachtet
war diese Arbeit Kunst. Wenn nun seine 30 Studenten ihre Bilder
grundieren und rosa Quadrate anordnen muss diese Tätigkeit nicht
mehr zwingend als Kunst oder künstlerisch anzusehen sein.

Gut erkennt man die Diskussion, ob etwas Kunst ist am Dadaisumus.

Der berühmte Satz aus dem Dadismus war:

Dada war da bevor Dada da war

Wobei das erste Wort Dada das Waschpulver, das in Deutschland
vor dem ersten Weltkrieg produziert wurde gemeint war - mit dem
zweiten Wort den Dadaismus, der in Zürich sehr stark geprägt wurde.
Nicht so sehr wie wir Zürcher dies meinen.
Als Einblick, was Dada war ein recht guter Artikel aus dem Internet:
http://www.g26.ch/kunst_glossar_11.html

Wie man sieht, der Begriff, was ist Kunst, was ist Technik und was ist
Kunsthandwerk ist ziemlich heikel. Eine Abgrenzung in der
zeitgenössischen Abgrenzung sehr heikel und wohl auch nicht
zielführend.
Was ich zweifelsfrei nicht mag sind Leute, die ein Banner vor sich her-
tragen: Ich bin Künstler! und dadurch meinen sich Dinger heraus-
zu nehmen, die für Dritte zB gefährlich werden zu können.

Weiterhin schöner Tag

Heiner

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BeitragVerfasst: Mo 29 Aug, 2011 21:53 
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Polarlicht hat geschrieben:

Was ich zweifelsfrei nicht mag sind Leute, die ein Banner vor sich her-
tragen: Ich bin Künstler! und dadurch meinen sich Dinger heraus-
zu nehmen, die für Dritte zB gefährlich werden zu können.


Ich hoffe sehr, dass dies nicht als indirekte Anspielung auf meine Person gemeint war, oder doch :?:


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BeitragVerfasst: Di 30 Aug, 2011 01:53 
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Nein oase, ist gar keine Anspielung auf Dich.
Ich habe dich nie weder auf Bergtouren noch
auf Hundeschlittenfahrten dabei gehabt.

Der Vorbehalt gilt nur gegen Menschen, die ich
persönlich kenne - und die meine Meinung
über sie aus meinem Mund kennen. Wie zB jenem
DJ, dem ich mal androhte, wenn er noch einmal so unbedarft
eine ganz Gruppe in Gefahr zu bringt, ich ihn im nächsten
Sumpf stehen lassen würde.

Was das Verhalten aus Angst, dass ich es tun könnte,
massiv verändert hat.

Aber leider gibt es nicht wenige, die sich als Aussergewöhnlich
erachten, weil sie sich Künstler nennen. Ich habe weder mit
Taxifahrern noch mit Lehrpersonen, mit Politikern oder Staatsdiener,
mit Professoren oder Bedienungen ähnlich oft Probleme oder Sorgen
gehabt.


Heiner

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 Betreff des Beitrags: Re: Können Computerspiele Kunst sein, oder Literatur?
BeitragVerfasst: Mi 21 Sep, 2011 19:04 
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Hallo liebe Gemeinde, ich bin ganz neu hier im Kunstforum.
Ich denke und das ist ja nun auch eine philosophische Ansicht, aber Kunst steckt in fast jeder menschlichen Kreation.
Computerspiele sind ein gutes Medium zum übermitteln von Lehrreichen Informationen, wie z.B. auch Allgemeinbildung.
Wer das schafft, hat einen guten Beitrag geleistet. :D


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 Betreff des Beitrags: Re: Können Computerspiele Kunst sein, oder Literatur?
BeitragVerfasst: Sa 26 Nov, 2011 15:00 
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Hallo Raphael,

die Frage, was alles Kunst sein kann finde sehr spannend. Hierzu hatten wir ja bereits einige Diskussionen:

Wann darf man sich Künstler nennen?

Sind OZ' Werke Kunst?

Dein Computerspiel würde mich brennend interessieren. Leider funktioniert der Link nicht mehr. Kannst Du mir den aktuellen Link bitte senden?

Liebe Grüße

Tobias

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Seit Juni 2011 neuer Betreiber des Kunstclubs. Ich helfe euch bei Fragen gerne weiter.


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 Betreff des Beitrags: Re: Können Computerspiele Kunst sein, oder Literatur?
BeitragVerfasst: Mo 28 Nov, 2011 19:26 
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Tobias hat geschrieben:
Dein Computerspiel würde mich brennend interessieren. Leider funktioniert der Link nicht mehr. Kannst Du mir den aktuellen Link bitte senden?

Liebe Grüße

Tobias


http://www.gratisgames.de/game.php?uid=28634

Lg ebenfalls :D
Raphael


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 Betreff des Beitrags: Re: Können Computerspiele Kunst sein, oder Literatur?
BeitragVerfasst: Mo 05 Dez, 2011 12:21 
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Ich bin auch der Meinung, dass ein Computerspiel auf jeden Fall der Kunst zugeordnet werden kann. Sicherlich kann man diese Ansicht nicht für alle Computerspiele verallgemeinern, aber gerade den Spielen, bei denen viel Kreativität gefordert wird und die sich zudem noch positiv auf das Allgemeinwissen auswirken, sollte man schon einen gewissen künstlerischen Faktor zugestehen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Können Computerspiele Kunst sein, oder Literatur?
BeitragVerfasst: Di 06 Dez, 2011 16:17 
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Land: Deutschland
Genre: Digitale Kunst, Fotografie
Also ich muss zugeben, dass ich mich mit dieser Frage auf Computerspiele nie richtig beschäftigt habe, aber jetzt wo ich näher drüber nachgedacht habe, finde ich es schon. Man arbeitet mit Formen, Farben, Räumen und das gehört für mich auf jeden Fall zu Kunst.


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 Betreff des Beitrags: Re: Können Computerspiele Kunst sein, oder Literatur?
BeitragVerfasst: Mi 07 Dez, 2011 13:55 
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Registriert: Mo 05 Dez, 2011 22:31
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Wohnort: Bad homburg
Land: Deutschland
Genre: Digitale Kunst, Fotografie
Das ist wirklich eine sehr interessante Frage! Wenn man sich Nachrichten über Computerspiele in den Medien ansieht und selbst keine Ahnung vom Thema hat bzw. selbst nie gespielt hat, würde man vermutlich behaupten, dass PC-SPiele keine Kunst sind. Doch ich bin da anderer Meinung, erstens weil so ziemlich alles Kunst sein kann, es kommt auf den Standpunkt an, von dem man es betrachtet und zweitens gibt es so viele Spiele, die mit Liebe zum Detail erstellt wurden. Es wurden Menschen und Geschichten zum Leben erweckt in die man eintauchen kann (so wie hier schon davon die Rede war, dass jemand ein Spiel zu einem Roman entwickelt). Vielleicht kann man es interaktive Kunst nennen.
Natürlich ist nicht jedes Spiel gleich künstlerisch, das muss Fall für Fall entschieden werden.


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Aktuelle Zeit: Di 22 Mai, 2012 16:28
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