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Fachwort-Lexikon - Erläuterungen zu Fachbegriffen
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» Abguss

Der Abguss, Guss oder Kunstguss bezeichnet das Fertigen von Kopien mit einer sich erhärtenden Masse durch eine (Negativ-)Form des Originals. Älteste belegte Abgüsse stammen aus der Bronzezeit und wurden in einem Verfahren hergestellt, das in seinen Grundzügen bis heute unverändert ist.

Wesentliche Bedeutung kommt beim Guss der Negativform zu. Je nach Verfahren wird sie vom Original aus verschiedenen Materialien hergestellt und kann einmal oder mehrmals verwendet werden. So muss bei einer so genannten „verlorenen Form“ diese nach dem Aushärten des Gussmaterials zerschlagen werden. Bei großen oder kompliziert zu gießenden Rundplastiken werden einzelne Teile gegossen, die anschließend zusammengefügt werden.

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» Abstrakte Kunst

Von lateinisch: abstrahere = abziehen, loslösen. Abstrakte Kunst meint die nichtgegenständliche oder vom Gegenstand losgelöste Darstellung innerhalb der bildenden Künste. Die Wirkung des Kunstwerks wird ausschließlich durch Form oder Farbe erzielt. In einem weiter gefassten Wortsinn versteht man unter abstrakter Kunst auch die sich von einem Wirklichkeitsvorbild durch Übertreibung oder Verfremdung entfernende Darstellung vor allem in archaischen Stilepochen.

Die vor allem in der Malerei heute als Abstrakte Kunst bezeichnete Stilrichtung in der Moderne findet ihre Wurzeln Anfang des 20. Jahrhunderts bei Malern wie Francis Picabia, Wassili Kandinsky, Paul Klee, Kasimir Malewitsch und anderen. Dabei lassen sich zwei Hauptrichtungen identifizieren: eine entwickelte sich aus dem Expressionismus, die andere aus dem Kubismus zur abstrakten Kunst.

Abstrakte Kunst wird oft genutzt, um Innenwelten (Traumwelten, Gedanken oder Gefühle wie Angst, Schmerz, …) darzustellen. Meist bietet Abstrakte Kunst keine eindeutigen Interpretationsansätze, bzw. muss (durch den Künstler selbst) erklärt werden, um verständlich zu werden.

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» Aquarell

Von lateinisch: aqua = Wasser. Mit wasserlöslichen Pigmenten und Bindemitteln lasierend, also nicht deckend, gemaltes Bild. Die Farben trocknen in der Regel sehr schnell, daher sind Korrekturen so gut wie unmöglich. Da durch die Lasurtechnik zudem der Untergrund immer durchschimmert, eignen sich nur helle Untergründe – meist Papier oder Pergament.

Eine frühe Blüte erlebt die Aquarellmalerei in Ägypten etwa 1500 v. Chr. mit den sog. Totenbüchern.

Bis zur Entwicklung von Tempera- und Ölfarben blieb die Aquarelltechnik die vorherrschende Maltechnik. Sie erfreut sich bis heute großer Beliebtheit, nicht zuletzt, weil Aquarellfarben unkompliziert zu verwenden sind.

Der Farbunterschied zwischen den noch nassen und den getrockneten Pigmenten ist relativ groß. Im Gegensatz zu Tempera und Öl verlieren Aquarellfarben an Intensität und Leuchtkraft.

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» Bildende Kunst

Unter bildender Kunst werden ursprünglich Baukunst, -> Malerei, -> Grafik und -> Kunstgewerbe verstanden. Der Begriff entstand im 19. Jahrhundert als Sammelbegriff der genannten Kunstrichtungen im Gegensatz zur darstellenden Kunst, zur Literatur und Musik. Dabei wird in Deutschland deutlicher als in anderen Ländern zwischen den einzelnen Begriffen unterschieden.

Während die “Baukunst” heute nicht mehr unter den Sammelbegriff Bildende Kunst gerechnet wird, erweitert sich der Begriff jedoch mit Erfindung neuer Medien: Fotografie und Film, Video, Computeranimation sowie die Vermischung unterschiedlicher Richtungen werden im allgemeinen heute der bildenden Kunst zugerechnet.

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» Design

Englisch für „Formgebung“, auch zu übersetzen mit „Gestaltung“. Unter Design wird im Allgemeinen der Entwurf und die Gestaltung von Gebrauchsgütern (-> Industriedesign) oder Entwurf und Layout von Druckerzeugnissen wie Büchern, Plakaten, Werbemitteln (-> Grafikdesign) verstanden. Dabei steht die Verbindung von Zeckmäßigkeit und Schönheit im Vordergrund. Neue und erweiterte Anwendungsbereiche von Design finden sich vor allem bei der Gestaltung des öffentlichen Raums (-> Public Design) und der einheitlichen Gestaltung von Unternehmensauftritten (Corporate Design).

Obwohl die Verbindung von Zweckmäßigkeit und Schönheit bei Gebrauchsgegenständen in der Menschheitsgeschichte schon immer eine wesentliche schöpferische Kraft besaß, kann man im modernen Sinne des Wortes wahrscheinlich erstmalig in Zusammenhang mit der englischen Kunstbewegung „arts & crafts“ sowie dem sogenannten „Jugendstil“ von Design sprechen. Deutliche Unterscheidungen zwischen Designrichtungen gibt es nach Ländern und Kulturen. So folgt der allgemeinen Auffassung nach das „typisch italienische Design“ eher Gesichtspunkten der Schönheit, das „typisch amerikanische Design“ hingegen eher der Funktionalität.

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» Digitalkunst

Der Begriff Digitalkunst entstand in den 90er Jahren in Folge der zunehmenden Verbreitung digitaler Medien. Unter Digitalkunst wird Kunst verstanden, die durch oder mit Hilfe digitaler Medien geschaffen wird, also mit Geräten, die Information digital verwerten. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird in erster Linie digitale Fotografie wie auch deren Weiterverarbeitung auf dem Computer gemeint, wenn von digitaler Kunst gesprochen wird. Allerdings spielen in zunehmendem Maße auch technische Möglichkeiten wie Robotik bei der Herstellung von Werken digitaler Kunst eine Rolle.

Prägend für digitale Kunst ist die Unterscheidung zwischen der reinen digitalen Speicherung (Festplatte, Chip, …) und der Verarbeitung der Daten, aus denen ein digitales Kunstwerk besteht (Binärcode, arithmetische Berechnungen, …) und der Darstellung oder Präsentation des Werkes durch digitale Medien und Programme (PC, entsprechende Software).

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» Druckgrafik

Die Druckgrafik ist eine mittels unterschiedlicher manueller Druckverfahren vervielfältigte künstlerisch eigenständige Arbeit. Dabei nutzt der Künstler in der Regel die verfahrenstypischen Besonderheiten der einzelnen unterschiedlichen Drucktechniken, um einen technisch-eigenen Charakter der Arbeit zu erreichen.

Unterschieden wird bei den Druckverfahren zwischen Hochdruck (z.B. Holzschnitt, Holzstich, Linolschnitt, Weißlinienschnitt u.a.), Tiefdruck (Kupferstich, Radierung, Aquatinta, Kaltnadelstich u.a.), Flachdruck (Lithographie), Siebdruck und einzelnen anderen Verfahren. Neuere Techniken sind außerdem noch Tintendruck und verschiedene Thermodruckverfahren.

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» Enkaustik

Von altgriechisch: enkausis = das Einbrennen. Ein bereits in der Antike bekanntes Malverfahren, bei dem Pigmente in Wachs gelöst und dann entweder kalt mit einem heißen Spachtel oder heiß mit einem Pinsel auf den Untergrund aufgetragen werden. Außerdem bezeichnet Enkaustik das Imprägnieren von Marmor oder von Gipsabgüssen mit heißem Paraffin oder heißer Stearinsäure.

Als Maltechnik wurde Enkaustik in Ägypten, Griechenland und Rom für Wandgemälde und Mumienbilder eingesetzt. Das Verfahren war für damalige Künstler sehr aufwendig, allerdings überzeugte die Technik durch ihre sehr hohe Lichtechtheit und Farbintensität. Diese ist auf ägyptischen Mumienbildern bis heute erhalten.

Mit Aufkommen der Temperamalerei wurde die Enkaustik für lange Zeit verdrängt. Eine neue Blüte erlebte sie im 18. Jahrhundert im Zuge der Wiederentdeckung der Antike. Heute nimmt die Enkaustik auch in der (akademischen) Ausbildung wieder einen Platz ein.

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» Fotografie

Von altgriechisch: phos, photós – Licht und graphein – schreiben, ritzen, zeichnen. Fotografie, älter: Photographie, meint sowohl ein technisches Verfahren, als auch das Endprodukt dieses Verfahrens.

Das technische Verfahren: hier wird zwischen analoger und digitaler Technik unterschieden. Mittels optischer Verfahren wird ein Lichtbild auf ein lichtempfindliches Medium projiziert. Bei analoger Verarbeitung wird diese Projektion dauerhaft auf dem Medium gespeichert. Im digitalen Verfahren wird die Projektion in elektronische Daten gewandelt und gespeichert.

Ursprünglich wurden die Lichtbilder direkt auf dem endgültigen Medium belichtet, sichtbar gemacht (entwickelt) und gespeichert. So hat etwa Louis-Jacques-Mandé Daguerre versilberte Kupferplatten belichtet, dann mittels Quecksilberdämpfen entwickelt und beispielsweise in heißer Natriumlösung fixiert (Daguerreotypie). Allerdings lassen sich mit diesem Verfahren lediglich Unikate herstellen.

1835 erfand William Fox Talbot das „Negativ-Positiv-Verfahren“, bei dem zunächst ein durchsichtiger Film belichtet, entwickelt und fixiert wird, der in einem zweiten Schritt „positiv“ auf lichtempfindlichem Papier weiterverarbeitet wird. Mit diesem Verfahren wurde eine Vervielfältigung der Fotografie möglich.

Anfang der 70er Jahre schließlich wurden Möglichkeiten gefunden, Lichtbilder auf elektronischem Wege zu verarbeiten und zu speichern.

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» Grafik

Von altgriechisch: „gráphein“ = schreiben, ritzen, zeichnen. Grafik ist im weiteren Sinne sowohl die einzelne handgefertigte künstlerische oder technische -> Zeichnung, sowie auch deren manuelle Vervielfältigung durch verschiedene Drucktechniken (-> Druckgrafik). Üblicherweise wird der Begriff jedoch enger gefasst: Im Rahmen der -> Bildenden_Kunst meint der Begriff Grafik nur die Ergebnisse manueller Druckverfahren. Dabei gilt jeder Druck als Originalgrafik, unabhängig von der Höhe der Auflage, sofern die Druckform vom Künstler selbst geschaffen wurde. Üblicherweise werden Originalgrafiken signiert (Echtheitsgarantie) und mit Auflagenhöhe und laufender Nummer versehen.

Als erstes Druckverfahren gilt der Holzschnitt (um 1400), gefolgt vom Kupferstich (ca. 1440). Bereits im 15. und 16. Jahrhundert nutzten namhafte Künstler wie Dürer oder Tizian die Möglichkeiten dieser beiden Druckverfahren als Einnahmequelle, bzw. um ihren Ruf zu verbreiten.

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» Grafikdesign

Grafikdesign meint ursprünglich die grafische Gestaltung von Flächen, Publikationsmedien und Informationsträgern mittels Typografie, Farbe, Bildern oder Materialien. Mittlerweile fällt unter Grafikdesign auch die Gestaltung virtueller und computergenerierter zwei- und dreidimensionaler Flächen. Dabei wird Grafikdesign genutzt, um Sprache, Gedanken oder Ideen zu vermitteln, beziehungsweise Zusammenhänge sichtbar und verstehbar zu machen. Geprägt wurde der Begriff 1922 von William Adisson Dwiggins, einem der führenden amerikanischen Buch- und Schrifttypendesigners.

Grafikdesign durchdringt zunehmend nahezu alle Lebensbereiche, wie Politik, Ökonomie, Wissenschaft, Bildung, Kultur. Klassische Einsatzfelder von Grafikdesign sind Entwurf und Umsetzung von Plakaten, Prospekten, Zeitungen, Büchern, Verpackungen, neuerdings aber vor allem auch von Benutzeroberflächen, Websites etc.

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» Industriedesign

Eigentlich englisch: „Industrial Design“, dann zu übersetzen mit „Industrieform“. Gemeint ist die Formgebung und Gestaltung von serienmäßig hergestellten Industrieerzeugnissen. Unterschieden werden üblicherweise die Arbeitsbereiche Konsumgüter (z.B. Besteck, Geschirr, Spielzeug, Autos, Möbel, …) und Industriegüter (Maschinen, …).

1907 gründete sich mit dem Deutschen Werkbund die erste namhafte Institution für eine künstlerische Herangehensweise an moderne Formgebung. Eine der einflussreichsten Organisationen für Industriedesign war sicherlich das Bauhaus, 1919 von Walter Gropius gegründet. Im Bauhaus herausgebildete Designgrundsätze prägen bis in unsere Zeit Architektur, Konsumgütergestaltung und Kunst.

Im Allgemeinen herrschte bis in die 70er Jahre unter Industriedesignern die gängige Meinung, Design dürfe sich nicht modischen Einflüssen aussetzen. Vielmehr habe die Formgebung Eigenheiten des Materials sowie der Funktion zu betonen („Form follows function“). In den USA entwickelte sich jedoch seit den 30er Jahren das Bestreben, ein an sich fertiges Produkt nach absatzfördernden Gesichtspunkten zu „designen“.

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» Installation

Unter Installation in der Bildenden_Kunst versteht man seit Ende der 70 Jahre die bestimmte Anordnung von unterschiedlichen oder gleichen Objekten und Materialien nach einem meist festen Konzept. Oft wird dabei auf eine Wechselwirkung zwischen den Objekten und dem diese umgebenden Raum gesetzt – bis hin zu einer Verschmelzung von Raum und Objekt durch Schaffung eines eigenen Raumes für das Kunstwerk (begehbare Objekte).

Oft werden in der Installation verschiedene Medien miteinander in Verbindung gebracht: Raum-, Klang-, Licht- und Videoinstallationen werden in unterschiedlichsten Kombinationen in Zusammenhänge gestellte.

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» Kubismus

Von lateinisch: cubus = der Würfel. Ausgehend von Paul Cézannes Äußerung, die sichtbare Natur lasse sich auf geometrische Formen reduzieren, entwickelten vor allem Georges Braque und Pablo Picasso eine eigene Bildersprache, indem sie die dazustellenden Gegenstände auf die Grundformen Kegel, Kubus, Kugel und Zylinder zurückführten. Der Begriff Kubismus wurde von dem Kunstkritiker Louis Vauxcelles anlässlich einer Ausstellung mit Bildern Braques im Jahr 1908 geprägt.

Die erste künstlerische Strömung des Kubismus folgte der reinen Analyse der geometrischen Grundform und ordnete Farbe und Perspektive dieser Formenanalyse unter (analytischer Kubismus). Ab 1912 entwickelte sich parallel dazu der synthetische Kubismus, bei dem vor allem die Vielfarbigkeit wieder an Bedeutung gewann. Vor allem aber entwickelten die Künstler ihre Bilder aus der Synthese von Farbe und realen Materialien wie Zeitungsausschnitten, Tapeten, etc. (Collage).

Entwickelt als Kritik an der realistischen Malerei stellt der Kubismus einen Wendepunkt in der Kunst hin zur Abstraktion dar.

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» Kunst

Etymologisch mit hoher Wahrscheinlichkeit abgeleitet von “können”. Folglich wird in einer weiten Auslegung des Begriffes unter “Kunst” eine angeborene oder erlernte Fähigkeit verstanden, die über die durchschnittliche Fähigkeit anderer hinausgeht, sowie auch die Resultate dieser Fähigkeit (Kunstwerke). In einer engeren Auslegung des Begriffes ist Kunst jedes schöpferisch-ästhetisches Gestalten innerhalb einer jeweiligen Kunstgattung.

Über Jahrhunderte hinweg ist es im Wesentlichen Konsens, Kunst im obigen Sinne zu definieren. Kunst ist dementsprechend etwas, das nicht jeder beherrscht, ein Künstler also ein Handwerker, der sein Handwerk besonders gut versteht.

Im 20. Jahrhundert wird diese Sichtweise aufgeweicht (z.B.: ”Jeder ist ein Künstler”, Joseph Beuys) - Kunst ist demnach zunehmend die kreative Idee, weniger die handwerkliche Umsetzung. Damit einher geht häufig eine Herabsetzung der reinen Fähigkeit (oft abfällig als -> Kunsthandwerk bezeichnet) und eine Überhöhung kreativer Kraft.

Unterschieden wird oft nach Gestaltungsmitteln der Kunst zwischen Darstellender Kunst (z.B. Schauspielerei) und -> Bildender_Kunst (-> Malerei, -> Zeichnung, -> Grafik, -> Plastik, aber auch -> Fotografie und -> Installation), aber auch nach Zweck der Kunst zwischen Gebrauchskunst (Architektur, -> Design, -> Industriedesign, -> Grafik, usw.) und freien Künsten (Malerei, Literatur, usw.).

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» Kunstgewerbe

Unter Kunstgewerbe wird sowohl die handwerkliche als auch die maschinelle Herstellung von künstlerisch gestalteten Gebrauchs- oder Schmuckgegenständen verstanden. Ein Teilbereich des Kunstgewerbes ist das -> Kunsthandwerk, bei dem maschinelle (Serien-)Fertigung ausgeschlossen ist. Zum Kunstgewerbe werden unter anderem Goldschmiede, Buchkunst, Textilkunst, Emaille- und Keramikarbeiten gerechnet.

Mit Aufkommen der Industrialisierung unterlag Kunstgewerbe wie Handwerk der Gefahr der Marginalisierung sowie des Verlustes handwerklicher Fähigkeiten. Auf diese Gefahren wurde frühzeitig hingewiesen – etwa durch Karl Friedrich Schinkel oder Gottfried Semper in Deutschland oder John Ruskin in England, der die Abkehr von Maschinen und die „Zerstörung der Hässlichkeit“ forderte.

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» Kunsthandwerk

Kunsthandwerk ist die rein handwerkliche Einzelanfertigung von Produkten. Serienmäßige, maschinelle Herstellung ist ausgeschlossen. Kunsthandwerk ist ein Teilbereich des -> Kunstgewerbe(s).

Die Unterscheidung zwischen Kunst und Kunsthandwerk erfolgte erst im 18. Jahrhundert, bis dahin gehörten Künstler und Kunsthandwerker derselben Zunft an. Auch ist die Grenze zwischen beidem fließend und durchlässig. So wird unter einem Gegenstand der bildenden Kunst ein rein um seiner selbst Willen erschaffener Gegenstand ohne Gebrauchszweck verstanden, unter einem Gegenstand des Kunsthandwerks hingegen ein ästhetisch-schöner Gebrauchsgegenstand. Wie der Künstler arbeitet oft auch der Kunsthandwerker nach eigenen Entwürfen.

Eine ironisierende Bedeutung kommt dem Kunsthandwerk in der Diskussion um moderne Kunst zu. Durch die heute oft vertretene Auffassung, ein Kunstwerk zeichne sich mehr durch die kreative Idee als durch handwerkliches Können aus, wird ein handwerklich gutes Werk gern als Kunsthandwerk diskreditiert, sofern keine außergewöhnlich kreative Idee zu erkennen ist.

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» Malerei

Malerei ist die Kunst, lediglich mittels Farbe auf einem zweidimensionalen Untergrund (Malgrund) ein Bild zu erstellen, sowie das Resultat dieses künstlerischen Vorganges (Gemälde). Die Malerei ist ein Bereich der Bildenden Kunst (-> Bildende Kunst). Sie lässt sich nach drei Kriterien unterscheiden: Zum einen nach der Maltechnik (z.B. Öl, Tempera, Aquarell, Enkaustik, Gouache, …). Zum zweiten nach Thematik: Historienmalerei, Landschaft, Portrait, usw. Und schließlich nach Material und Größe des Malgrundes: Miniatur, Monumentalmalerei, Glasmalerei, Wandmalerei, usw.

Die ältesten noch erhaltenen Zeugnisse von Malerei sind die Wandbilder in den Höhlen von Lascaux, sie werden auf ein Alter von etwa 18.000 Jahren geschätzt. Die bekannteste und auch am weitesten verbreitete Malerei war die Tafelmalerei. Ihre Anfänge finden sich in den ägyptischen Totenbildern, die Vorbild für spätere christliche Ikonen und Tafelbilder wurden. Erst im 19. Jahrhundert verdrängte die auf Keilrahmen gespannte Leinwand die Tafel als Malgrund.

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» Neue Figuration

Begriff für neuere Ausrichtungen der Kunst ab ca. 1960, die sich von der Abstraktion abwenden. Dabei werden realistische Stilelemente wieder aufgenommen. Oft fließen abstrakte Erfahrungen jedoch in die Kunst ein. Insgesamt entwickelte sich innerhalb der figurativen Malerei ein kritischer Realismus, der sich der Gegenständlichkeit annähern will, ohne in alte Darstellungsformen zurückzufallen. Der Name leitet sich von dem 1959 erschienenen Buch „Neue Figuration“ von Hans Platschek ab.

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» Ölmalerei

In der Ölmalerei werden Farbpigmente mit Ölen – meist Lein-, Mohn- oder Nussöl – gebunden. Oft werden Harze wie Mastix oder Balsam, früher auch Bernstein zugefügt. Die Farben trocknen durch
Oxidationsprozesse der Öle, nicht durch Verdunstung. Da Ölfarben sehr langsam trocknen, wird meist Terpentin zugesetzt, das die Trocknung beschleunigt.

Entwickelt wurde diese Ölmaltechnik im 14. Jh. In großem Stil setzten zuerst die Brüder Jan und Hubert van Eyck im 15. Jh. Ölfarben ein, zunehmend verdrängte die Ölmalerei die bis dahin gebräuchliche Temperamalerei. Durch die pastöse Konsistenz der Farben können in der Ölmalerei Techniken eingesetzt werden, die mit anderen Farben nur schwer oder gar nicht möglich sind: Das Nebeneinandersetzen von Strichen, ohne dass die Farben verlaufen, leichtes Korrigieren, Spachteltechniken, sehr dicke Farbaufträge, …

Beliebt ist Ölmalerei vor allem auch durch Farbechtheit und Leuchtkraft. Die Farbintensität wird durch den Trocknungsprozess – anders als etwa bei der Aquarellmalerei – kaum beeinflusst.

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» Pigmente

Von lateinisch: pigmentum = Farbe. Pigmente sind (anders als lösliche Farbstoffe) unlösliche organische oder anorganische Farbteilchen. Durch Bindemittel wie Leinöl, Wachs, oder andere, werden Pigmente zu verarbeitungsfähigen Farben gemischt. Dabei bestimmen hauptsächlich die chemische Struktur und die Farbteilchengröße der Pigmente über die Qualität vor allem der gleichmäßigen Verteilung der Farbteilchen in dem Bindemittel.

Man unterscheidet zwischen natürlichen (beispielsweise Erden, Ocker) und künstlichen (z. B. Preußischblau) Mineralpigmenten, sowie zwischen natürlichen und unnatürlichen organischen Pigmenten (Karmin im Gegensatz zu Permanentgelb). Erweitert wird diese Einteilung durch so genannte organische Schwarzpigmente wie Rußschwarz oder Elfenbeinschwarz.

Die ältesten in der Malerei bekannten Pigmente sind Erdpigmente (Ocker) und Rußschwarz. Bis heute mischen sich viele Künstler ihre Farben aus Pigmenten und Bindemitteln selbst an.

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» Plastik

Vom altgriechischen: „plastikae (technae)“ = formende/geformte Kunst. Plastik ist zum einen ein Synonym für „Bildhauerkunst“, zum anderen meint der Begriff ursprünglich das Ausformen von Material zu einem dreidimensionalen Werk, sowie das Werk selbst. Zunehmend verschwimmt der Bedeutungsinhalt, da in neuerer Zeit zur Plastik auch Installation, Raumkunst und Verpackungskunst gerechnet werden und die Arbeit mit anderen Medien wie Video, Foto und PC integriert wird.

Unterschieden wird ursprünglich zwischen Halbplastik (Relief), Vollplastik (gut ausgearbeitete Schauseite, weniger ausgearbeitete Rückseite) und Rundplastik (komplett ausgearbeitet). Typische Materialien sind Ton, Gips, Holz, Stein und Metall.

Technisch können verschiedene Herstellungsarten unterschieden werden: Erstens Das Modellieren meint das Hinzufügen und Formen weicher Materialien – additives Verfahren. Zweitens das Ablösen von Material durch Herausschlagen, Fräsen, Schneiden oder Schnitzen - subtraktives Verfahren. Und drittens der Guss von flüssigen, sich verfestigenden Materialien.

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» Pop-Art

Pop-Art oder Pop Art ist eine Mitte der 50er Jahre in den USA und in Großbritannien entstandene, dem Dadaismus verwandte Kunstrichtung. Sie stieg im Laufe der 60er Jahre zur herrschenden Kunstrichtung auf. Der Name selbst leitet sich wahrscheinlich von „popular art“ ab.

Inhalte und Motive der Pop-Art sind aus der Alltagskultur, der Werbewelt und den Massenmedien entlehnt. Von den Künstlern selbst wurde Pop-Art oft als Antikunst bezeichnet. Sie beschränken sich auf das flächige, oft comicartige Darstellen von alltäglichen Gegenständen und von Personen als Hinwendung zum Trivialen (beispielsweise Campbell´s Suppendosen von Andy Warhol). Viele Pop-Art-Werke sind Collagen.

Andy Warhol, Jasper John und Robert Rauschenberg gelten als Begründer der amerikanischen Pop-Art, während sich in England Francis Bacon, Peter Blake, Richard Hamilton und David Hockney als Pop-Art-Künstler einen Namen machten, nachdem die 1952 gegründete „Independent group“ die Kunstrichtung in Großbritannien begründete.

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» Zeichnung

Im Gegensatz zur technischen Zeichnung steht die Hand- oder Freihandzeichnung als künstlerische Arbeit. Mittels Bleistift, Kohle, Rötel, Tusche o.ä. entsteht beim Zeichnen ein meist einfarbiges, graues oder schwarzes Bild auf einem Zeichenuntergrund, meist Papier. Seltener sind Zeichnungen koloriert oder weiß gehöht.

Zeichnungen können einerseits eigenständige künstlerische Arbeiten sein, dienen andererseits aber oft als Vorarbeit (Skizze) für andere künstlerische Gestaltungsmittel (Malerei, Plastik).

Die Technik, mit Metallstiften zu zeichnen, war bereits im antiken Rom bekannt, hat bis heute an Bedeutung aber verloren. Besonders im 15. und 16. Jahrhundert erfreute sich jedoch die Silberstiftzeichnung großer Beliebtheit. Besonders für ihre Silberstiftarbeiten bekannt waren Leonardo Da Vinci, Raffaello Santi, Albrecht Dürer und Lucas Cranach der Ältere.

Als wichtigstes Zeichenmittel gilt bis heute die Feder. Sie eröffnet eine sehr große Spannbreite an wirkungsvollen Effekten, setzt allerdings sehr gute technische Beherrschung voraus, da die mit ihr erstellte Arbeit kaum korrigierbar ist.

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» Zeitgenössische Kunst

Unter zeitgenössischer Kunst wird im allgemeinen Kunst gemeint, die in der jeweiligen Zeit geschaffen und bereits als bedeutend wahrgenommen wird. Oft wird synonym der Begriff „moderne Kunst“ oder „contemporary art“ verwendet.

Nach anderen Ausdeutungen steht Moderne Kunst jedoch für eine eigene Kunstepoche, die zwar noch nicht abgeschlossen, dennoch aber bereits in einem geschichtlichen Kontext zu sehen ist, wohin gegen zeitgenössische Kunst sich tatsächlich an der Gegenwart orientiert.

Nach anderen Interpretationen wird „zeitgenoessische_Kunst“ auch als der unverfänglichere Begriff verstanden, wohingegen der Begriff „moderne“ Kunst impliziert, einem gewissen Massengeschmack zu unterliegen – Kunst und Kunstrichtungen als Mode.

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