Aquarell

Definition

Der Begriff Aquarell stammt vom Lateinischen: aqua, was Wasser bedeutet. Ein Aquarell ist ein Bild, welches mit wasserlöslichen, nicht-deckenden Wasserfarben (Aquarellfarben) angefertigt ist.

Die Aquarellfarben bestehen aus sehr feinen Pigmenten und wasserlöslichen Bindemitteln. Die Farben werden mit Wasser verdünnt auf der Leinwand aufgetragen. Die Farben trocknen in der Regel sehr schnell, daher sind Korrekturen bei Aquarellen so gut wie unmöglich. Da durch die Lasurtechnik zudem der Untergrund immer durchschimmert, eignen sich nur helle Untergründe – meist Papier oder Pergament. Weiße Aquarellfarben gibt es nicht, Weißtöne werden durch das Weglassen der Farbe auf weißem Grund erreicht.

Der Farbunterschied zwischen den noch nassen und den getrockneten Pigmenten ist relativ groß. Im Gegensatz zu Tempera und Öl verlieren Aquarellfarben an Intensität und Leuchtkraft.

Geschichte

Aquarellmalerei wird bereits seit Urzeiten von Menschen betrieben. Bereits die Höhlenmenschen mischten ihre Pigmente mit Wasser und bemalten damit die Höhlenwände. Viele dieser Höhlenmalereien sind noch bis heute erhalten geblieben.

Eine frühe Blüte erlebt die Aquarellmalerei in Ägypten etwa 1500 v. Chr. mit den sog. Totenbüchern.

Die Aquarellmalerei im heutigen Sinne begann etwa seit dem 9. Jahrhundert n. Chr. zu , wobei die lasierenden Wasserfarben hauptsächlich für die Kolorierung von Tuschezeichnungen oder Holzschnitten verwendet wurden.

Die ersten bekannten europäischen Aquarellmalereiein lassen sich gegen Ende des 15. Jahrhunderts datieren. Albrecht Dürer malte damals bspw. eine Serie von Landschaftsszenen in Aquarell. Allerdings war Aquarellmalerei damals weniger eine eigene Kunstform, sondern wurde eher zu Studienzwecken oder dem Vorbereiten von größeren Ölgemälden genutzt.

Im 17. Jahrhundert erlangte die Aquarellmalerei durch Maler wie Nicolas Poussin, Claude Lorrain, Wenceslaus Hollar oder Francis Place Bekanntheit. Die wirkliche Blütezeit der Aquarelle entwickelte sich dann im 18. Jahrhundert. Das Wirken von Joseph Mallord William Turner (1775-1851) und Thomas Girtin (1775-1802) sorgte dafür, dass Aquarellmalerei als eigenständige Kunstform angesehen wurde. Besonders Thomas Girtin optimierte die Mal- und Materialtechnik.

Aquarell wurde bis ins 20. Jahrhundert besonders für Städte- und Landschaftsmotive genutzt. Als Pionier der abstrakten Kunst malte Wassily Kandinsky als einer der ersten Künstler Bilder, die nicht die reelle Natur, sondern geometrische Formen, die frei von  gegenständlicher Kunst waren.

Bis zur Entwicklung von Tempera- und Ölfarben blieb die Aquarelltechnik die vorherrschende Maltechnik. Sie erfreut sich bis heute großer Beliebtheit, nicht zuletzt, weil Aquarellfarben unkompliziert zu verwenden sind.