Temperamalerei (Tempera)

Definition

Das Wort Temperamalerei oder Tempera stammt vom Lateinischen temperare, was  „mischen“ oder „mäßigen“ bedeutet. Die Temperamalerei war vor Erfindung der Ölmalerei eine gebräuchliche Maltechnik.

Die Farbstoffe der Temperamalerei bestehen aus anorganischen Pigmenten und einem Bindemittel in Form einer Wasser-Öl-Emulsion. Eine Emulsion bezeichnet ein fein verteiltes Gemisch zweier Stoffe, die sich normalerweise nicht mischen lassen (wie es bei Wasser und Öl der Fall ist). Für den Fetten Anteil werden kommen zum Beispiel Leinöl, Leinölfirnis, Mohnöl oder Nussöl zum Einsatz. Für den wässrigen Anteil können zum Beispiel Ei, Leim, Gummiarabicum oder Stärke genutzt werden.

Bei hohem Öl- bzw. Harzanteil lassen sich die Farben nur in ähnlicher Form wie Ölfarben vermalen. Überwiegen die wässrigen Bestandteile, kann man sie wie Gouachefarben mit Wasser verarbeiten.

Echte Temperafarben gibt es heute selten im Handel, da die Farben sehr schnell verderben und nur unter starken Einsatz von Konservierungsmitteln haltbar gemacht werden können.

Vorteile der Temperamalerei

Temperafarben zeichnen sich durch eine hohe Alterungsbeständigkeit aus. Auch treten Risse, die bei der Ölmalerei auftreten können, nur selten auf. Ein weiterer Vorteil ist die langsame Trocknung der Farben. Hierdurch lassen sich die Bilder noch lange nachbearbeiten.

Nachteile der Temperamalerei

Die Temperamalerei ist im Vergleich zur Ölmalerei technisch schwieriger und erfordert ein höheres Wissen und Können des Malers. Weiche Farbübergänge sind mit Temperafarben nur schwer möglich. Ein weiteres Problem ist, dass Temperafarben sich während der Trocknung ändern (bei Ölfarben liegt der Effekt nur marginal vor). Ein weiterer Nachteil ist die kurze Haltbarkeit von Temperafarben.

Geschichte

Die Temperamalerei hat ab dem 6. Jahrhunder n.Chr. die bis dahin gebräuchliche, aber komplizierte Enkaustik als dominierende Maltechnik abgelöst. Seit dem 15. Jahrhundert breitete sich aus den niederländischen und italienischen Gebieten die Ölmalerei aus, und verdrängte die Temperamalerei fast vollständig.